“Verkommene Weiber und unreife Buben"
Schon in den apostolischen Zeiten verzichteten die Christen auf ihr
Eigentum und hatten alles gemeinschaftlich, "sie waren ein Herz und eine
Seele." So haben durch alle christliche Jahrhunderte edle, nach Vollkommenheit
strebende Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen aus Liebe
zu Gott auf ihr Eigentum verzichtet, ihren Willen dem Vorgesetzten untergeordnet,
und in
jungfräulicher Keuschheit ein Leben der Engel geführt.
Das war ein Kommunismus in des Wortes edelster Bedeutung. Aber in neuerer
Zeit hat sich eine Karikatur jenes echt christlichen Kommunismus ausgebildet,
welche mit der Religion nichts mehr zu schaffen hat, vielmehr auf den Sturz
von Kirche und Staat hinarbeitet und allen Glauben und alle Sitte über
Bord wirft. Sehen
wir uns einmal die Lehren und Thaten des Kommunismus an!
l. Die höchst verderbliche Lehre des Kommunismus verwirft alle
religiösen und bürgerlichen Gesetze. Nach ihm ist "Eigentum Diebstahl":
es soll eine allgemeine Gütergemeinschaft herrschen. Was einer an
Glücksgütern besitzt, durch Arbeit oder Sparsamkeit verdient,
soll abgeliefen werden, damit es den Nichtbesitzern zugute komme. Muß
durch eine solche Lehre nicht alle Ordnung auf den Kopf gestellt werden?
Wird daraus nicht eine allgemeine Verarmung entstehen? Wenn dem einzelnen
aus
der allgemeinen Vorratskammer sein Lebensunterhalt täglich verabreicht
wird, muß die Arbeitslust schwinden, und keiner wird mehr arbeiten
wollen, wenn ihn nicht die Peitsche eines Aufsehers dazu zwingt. Diebstahl,
Raub und allerlei Verbrechen werden alle Ordnung umkehren. - Der Kommunismus
will aber nicht nur Güter- und Arbeitgemeinschaft, er will auch Weibergemeinschaft
und verlangt die Aufhebung der Ehe. Dadurch zerstört er die Familie,
die Grundlage der menschlichen Gesellschaft und die erste Bedingung der
Gesittung und Religion. Die Kinder sollen auf allgemeine Kosten und in
öffentlichen Anstalten erzogen, ihren Eltern weggenommen und ohne
Religion nur so weit unterrichtet werden, als man sie zur Arbeit und zur
Verteidigung des Vaterlandes notwendig hat. Nach dieser Lehre wird die
menschliche Gesellschaft zu einer Herde wilder Tiere herabgewürdigt,
alle Kultur und Gesittung vernichtet und die Barbarei des Heidentums wäre
golden gegen diese Unmenschen; denn unter den Heiden wurde doch die Heiligkeit
des Familienlebens anerkannt. In unsern Großstädten, den Heimstätten
aller Laster, wird diese kommunistische Lehre der Weibergemeinschaft schon
vielfach befolgt. Das Tier hat mehr Mitleid mit seinen Jungen, als diese
Kannibalen, welche nicht einmal für ihre eigenen Kinder Sorge tragen,
sondern sie ihrem Schicksale überlassen. - Die dritte Hauptlehre des
Kommunismus ist: alle Religion muß ausgerottet werden. Von Gott,
Ewigkeit, Himmel und Hölle, Unsterblichkeit der Seele, wollen sie
nichts wissen Das irdische Leben möglichst auszunutzen, sich allen
Gelüsten und Genüssen zu überlassen, ist ihre einzige Seligkeit.
Mit dem Tode ist nach ihrer Meinung alles aus.
2. Der Kommunismus, welcher seine Anhänger besonders unter den
Gottesleugnern, den geheimen Gesellschaften und den sittlich verkommenen
Menschen rekrutiert, erzeugt furchtbare Thaten, wie die Pariser Kommune
im Jahre 1871 gezeigt hat. Die Kommunisten schändeten die Gotteshäuser
durch viehische Unzucht und Bacchanalien, ermordeten Priester und Bischöfe,
opferten die Frauen und Mädchen ihren schändlichen Gelüsten,
schlugen friedliche Bürger nieder, zerstörten die Werke der Kunst
und Wissenschaft mit Feuer und Eisen, und würden, wenn es in ihrer
Macht gestanden hätte, die Stadt dem Erdboden gleich gemacht haben.
Das sind die Heldenthaten des Kommunismus. Und diese teuflischen Werke
geschahen nicht etwa in augenblicklicher Raserei, sondern mit aller Überlegung.
Das beweisen die Statuten und Zeitschriften des Kommunismus. So erließ
das Komitee in London ein Rundschreiben, worin es wörtlich heißt:
"Wir befehlen allen Mitgliedern aller Länder, das Feuer des Hasses
und der Rache zu schüren, das wir gegen die Religion, gegen die Auktorität
(Obrigkeit), die Reichen und die Bürger angezündet haben. Wir
ergreifen die Gelegenheit, um euch zu sagen, daß die Besänftigung
weder in unserm Herzen noch in unserm Geiste vorhanden ist, und daß
unsere sozialistischen Ideen von Tag zu Tag von dem Proletariat der ganzen
Welt besser gewürdigt werden. Bald werden wir unsere Hülfe suchen
in heftigen und schrecklichen Losbrüchen, die dazu dienen sollen,
dem bestehenden sozialen System den Garaus zu machen, und wenn es nötig
ist, mit der Hacke und dem Gewehr alles abzuthun, was heute noch in der
bürgerlichen und religiösen Ordnung aufrecht steht." Diese beklagenswerten
Grundsätze finden von Jahr zu Jahr weitere Verbreitung, wie die Wahlen
zum Reichs- und Landtage und andere statistische Nachrichten in erschreckenden
Zahlen beweisen. Selbst verkommene Weiber und unreife Buben frönen
den sittenverderblichen Grundsätzen des Kommunismus. - Vor dem drohenden
Ausbruche der Kommune schützen nicht Bajonette und Strafgesetze. Das
Christentum allein mit seinen versöhnlichen Lehren und göttlichen
Gnadenmitteln kann die furchtbare Katastrophe abwenden, welche auf den
Trümmern aller bestehenden Ordnung in Kirche und Staat die blutrote
Fahne der Gottlosigkeit und Barbarei aufzupflanzen droht. Gott behüte
uns vor dem Kommunismus!
| Zu meiner Homepage
Zum Inhaltsverzeichnis meiner Website Zu meiner Linkliste |