Vorbemerkung (Dezember 2003): Untenstehendes Kurzportrait erschien in Der lustige Kommunist. Organ zur endlichen Etablierung der linken Meinungsdiktatur. Nr. 2, Winter 2003/2004. (Oktober 2004): Da Martin Blumentritt inzwischen auch über eine eigene Domain verfügt, habe ich die betreffenden Links ausgetauscht. Die im ursprünglichen Artikel angegebenen sind allerdings vorübergehend noch gültig.
 
 

Links-Links (Teil II)





Dies ist die zweite Folge unserer Serie zur Vorstellung linker Websites. In der ersten Ausgabe wurden die Seiten von Emperor's Clothes (www.tenc.net) und von Volker Radke (http://volkerradke.looplab.org/index.html) besprochen. Die erste Folge steht auch im Internet unter http://www.klausblees.de/Links-Links1.html. Jetzt geht's zu einer Site, die ich für die beste mir bekannte im linken deutschsprachigen Internet halte, die auf jeden Fall eine der informativsten ist, nämlich die von
 
 

Martin Blumentritt

(http://www.martinblumentritt.de)







Kernstück der Website des kommunistischen, in der Tradition der Kritischen Theorie stehenden Hamburger Philosophen sind die „Argumente gegen rechts“ – http://www.martinblumentritt.de/agr.htm – eine umfangreiche Sammlung von eigenen wie von Texten anderer Autoren. Die Auswahl deckt alle Aspekte rechter Ideologie ab. Darunter sind zahlreiche Beiträge, die sich mit Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus befassen, aber auch biologistisches Denken, Bioethik, rechte Ökologie oder Esoterik werden auseinandergenommen. Historische Betrachtungen und die Untersuchung der aktuellen Situation ergänzen einander. Blumentritt hat sowohl neue als auch teils sehr alte Beiträge zusammengestellt, darunter beispielsweise ein Kapitel zur „Symbolik des Hakenkreuzes“ aus Wilhelm Reichs „Massenpsychologie des Faschismus“. Die Argumente richten sich nicht nur gegen Nazis und Faschisten, sondern gleichermaßen gegen die Mitte der Gesellschaft und gegen Teile der Linken, wo rechte Ideologieelemente ebenfalls ihre Wirkung entfalten. Zu nennen sind hier vor allem Antizionismus, Propaganda für Euthanasie und Eugenik und nicht zuletzt die „Tierrechtsbewegung“.

Blumentritt möchte mit diesen Materialien keineswegs bei der argumentativen Auseinandersetzung mit Nazis behilflich sein. Den Versuch, Faschisten zu überzeugen, hält er für nutzlos. Die Sammlung soll es vielmehr Antifaschisten ermöglichen, über Rechte besser Bescheid zu wissen als diese über sich selbst.

Außer dieser Sammlung enthält die Website unter anderem eine Bibliographie verschiedener Aufsätze und sonstiger Texte von Blumentritt selber. Die davon im Internet vorhandenen Beiträge sind dort direkt verlinkt, darunter eine ausführliche, kritische Würdigung Karl R. Poppers und seines „Kritischen Rationalismus“.

Blumentritt gibt aber auch einige Einblicke in seine Persönlichkeit. Wir erfahren, daß sein Hausgott Adorno heißt, daß er wie dieser keine Hobbies hat und daß er außer Nazis beispielsweise keine Sodomisten mag. Für besonders Neugierige hat er einen Persönlichkeits-Fragebogen ausgefüllt, aus dem als seine Lieblingsbeschäftigung der Beischlaf, als sein Lieblingsvogel der Kuckuck, als sein Lieblingsschriftsteller Franz Kafka und noch vieles mehr zu ersehen ist. Die von ihm am meisten bewunderte Reform ist das mosaische Gesetz. Ja, und schließlich beinhaltet seine Homepage noch eine Darstellung jüdischer Feste in Israel.

Klaus Blees
 
 
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