WEBTIPPS ZUM NAHOSTKONFLIKT
Was an Berichten zum Nahostkonflikt durch
die Massenmedien verbreitet wird, erweist sich bei kritischer Betrachtung
großenteils als einseitig und extrem verzerrend. Hintergrundwissen
zu Ursprung und Geschichte dieser jahrzehntealten blutigen Auseinandersetzung
wird ohnehin selten vermittelt. Als Fundgrube für aufklärende
Gegeninformation bietet sich nicht zuletzt das Internet an, bei dem es
allerdings mehr als bei jedem anderen Medium die Spreu vom Weizen zu trennen
gilt. Zur Orientierung stelle ich daher hier einige ausgewählte, überwiegend
deutschsprachige Webadressen vor, über die vom israelfeindlichen Medienmainstream
unterschlagene Infos abrufbar sind.
Einzelbeiträge
Zwar stilisieren sich Israelkritiker häufig selber zu einer an Tabus rührenden oder gar verfolgten Minderheit. Eine empirische Untersuchung des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS) hat jedoch die These erhärtet, die deutsche Presse zeige beim Thema Israel / Palästina Schlagseite zu Ungunsten Israels. In den gesichteten Beiträgen spielen antisemitische Stereotype eine entscheidende Rolle, aber auch rassistische Zuschreibungen gegenüber Palästinensern tauchen immer wieder auf. Die Studie erschien unter dem Titel „Die Nahost-Berichterstattung zur Zweiten Intifada in deutschen Printmedien, unter besonderer Berücksichtigung des Israel-Bildes“ und erstreckte sich schwerpunktmäßig über den Zeitraum September 2000 bis August 2001. Eine – trotzdem noch sehr umfangreiche - Kurzfassung gibt es als PDF unter http://www.uni-duisburg.de/DISS/Internetbibliothek/Artikel/DEUTSCH%20Kurzfassung%20Israel%20Studie.pdf. (*)
Einen kritischen, kurzen Abriss des Nahostkonflikts und eine Analyse des unrühmlichen Verhaltens der deutschen Linken dazu bot der Frankfurter Historiker Siegbert Wolf in seinem am 22. Mai 2002 in der Tuchfabrik Trier gehaltenen Vortrag „Der Nahostkonflikt und seine Diskussion in Deutschland“. Sein Redemanuskript ist nachzulesen unter http://www.gerhardkern.de/antisemitismus.htm. Als ausführlichere, materialreiche Darstellung von Hintergründen und Geschichte des Konflikts und vor allem als desillusionierende Charakterisierung der palästinensischen Nationalbewegung empfehle ich einen Aufsatz des Psychologen und Investigativjournalisten Francisco Gil-White vom Januar 2003, der mit einem von 1929 stammenden Zitat arabischer Judenmörder überschrieben ist: „Palästina ist unser Land, und die Juden sind unsere Hunde“. Die deutsche Übersetzung steht auf http://emperors-clothes.com/german/articles/d-palestina.htm. Dieser Aufsatz enthält auch eine Vielzahl weiterführender, allerdings englischsprachiger Links.
Bevor
ich zu Webportalen komme, die sich speziell mit dem Nahen Osten und/oder
Antisemitismus befassen, verweise ich noch auf einen Artikel, der einen
Lieblingsmythos der Israelkritiker in einem neuen Licht erscheinen läßt,
den Vorwurf, der Judenstaat leiste sich mehr als jeder andere Staat die
Missachtung von UN-Resolutionen. In „Einseitigkeit mit System – Das Verhältnis
der UNO zu Israel“ zeigt der Washington Times-Journalist Arnold Beichmann
das beispiellose Ausmaß an Ausgrenzung und Verurteilung Israels durch
die „Staatengemeinschaft“ und macht damit deutlich, dass sich Israel des
Anlegens unterschiedlicher Maßstäbe erwehren muss. Den Artikel
hat Volker Radke ins Deutsche übersetzt und auf seine Website gestellt:
http://volkerradke.looplab.org/israeluno.html.
Portale und Infosammlungen
Weitere Hintergrundinfos - auch über Israels Verhältnis zur UNO - lassen sich auf der Website http://www.nahostfocus.de finden. Dieser Informationsdienst wurde ins Leben gerufen, um der antiisraelischen Berichterstattung in Deutschland Beiträge aus israelischer Sicht entgegenzusetzen. Nahostfocus veröffentlicht regelmäßig eigene Beiträge sowie Übersetzungen aus israelischen Zeitungen zum Nahostkonflikt und diesen betreffenden weltpolitischen Ereignissen. Per wöchentlichem Newsletter kann man sich über neue Artikel informieren lassen. Außerdem enthält die Website einen großen Bestand an Hintergrundmaterialien zu den verschiedenen Aspekten des Themas einschließlich historischer Darstellungen. Ein Diskussionsforum bietet Lesern die Möglichkeit aktiver Teilnahme.
Ähnlich aufgebaut ist http://www.israelnetz.de/, gleichfalls mit aktuellen wie historischen Informationen (inklusive Deep Links zu externen Quellen), Archiv und Newsletter. Die Site wird von israelfreundlichen Christen gemacht, hat aber dennoch viel zu bieten.
Die Webauftritte von Arbeitsgemeinschaften der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) beinhalten leider oft nicht viel mehr als ein paar Kontaktdaten und Hinweise auf eigene Aktivitäten. Erwähnenswert ist vor allem die DIG Frankfurt/Main, die unter http://www.dig-frankfurt.de/in/index.htm ausgewählte Artikel aus den „Israel Nachrichten“, der einzigen deutschsprachigen Tageszeitung Israels, ins Netz stellt. Beim Erscheinen dieses Jahrbuches wird die Trierer AG der DIG im Internet sein und auf http://www.dig-trier.de ein sehr ausführliches Informationsangebot zur Verfügung stellen.
Nicht nur, um die amtliche israelische Sicht kennenzulernen, empfiehlt sich die Website der Botschaft des Staates Israel in Berlin: http://www.israel.de/. Hier gibt's nämlich auch jede Menge Bildungsmaterial, das helfen kann, die manchmal haarsträubenden Fehlinformationen über diesen Staat und sein politisches System zu beseitigen, und es gibt Praktisches, beispielsweise für Leute, die Reisen nach Israel planen oder dort studieren möchten. Der Newsletter der Botschaft erscheint täglich.
Zum bekanntesten und wichtigsten Portal im Kampf gegen Antisemitismus hat sich in Deutschland zweifellos http://www.hagalil.com/ entwickelt. Der Nahe Osten und Israel sind wesentliche Teile des Themenspektrums, das aber weit darüber hinaus geht. Wer Aufklärung über Rechtsextremisten oder umfassende Informationen über das Judentum sucht, ist mit dieser Website bestens bedient. Forum und Newsletter sind im Angebot wiederum inbegriffen.
DIE JÜDISCHE – http://www.juedische.at/ - ist so etwas wie die österreichische Schwester von haGalil, deckt wie diese das gesamte Spektrum ab, das mit Judentum, Antisemitismus und dem Nahen Osten zu tun hat. Die aktuellen Beiträge auf der Startseite stammen aus allen Bereichen, neben Politik sind kulturelle Themen sehr wichtig. Der Inhalt der Website ist nach Artikelrubriken sortiert abrufbar, was die Suche nach spezifischen Inhalten erleichtert.
Eine weitere bedeutende und sehr umfassende Website zum Judentum einschließlich Israel ist http://www.juden.de, zu deren Service aktuelle Meldungen gehören, über die man sich per Newsletter unterrichten lassen kann. Auch hier darf im Forum mitdiskutiert werden.
Innerhalb der Linken, vor allem im deutschsprachigen Raum, hat die Einschätzung dessen, was Antisemitismus ist und vor allem die Beurteilung des Nahostkonflikts zu heftigen Auseinandersetzungen geführt. Die meisten der im Internet vorhandenen Beiträge dieser Kontroverse sind in einer umfangreichen Linksammlung zugänglich, über http://www.antisemitismusstreit.tk/. Diese Sammlung wird zwar seit dem Irakkriegsbeginn am 20. März 2003 nicht mehr aktualisiert, aber die wesentlichen Argumente sind ausgetauscht, das Rad braucht kein zweites Mal erfunden zu werden. Meine Empfehlungen sind aus den anfangs erwähnten Gründen „unausgewogen“, aber in der letztgenannten Liste finden auch die Freunde des palästinensischen „Befreiungskampfes“ die Art von Texten, die ihre Herzen begehren.
Anmerkung:
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