Psychiatrie
Rechtsschutz gegen Zwangsbehandlung
Eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte einer menschenverachtenden
Medizin ist noch nicht zu Ende geschrieben: Der Elektroschock, diese "Errungenschaft"
der Psychiatrie des faschistischen Italien, hat einst seinen Siegeszug
um die Welt angetreten und ist heute wieder im Kommen, auch in Deutschland.
Obwohl es sich um eine Foltermethode handelt, die in ausnahmslos allen
Fällen zu schweren Schäden - vor allem Erinnerungsverlust - und
manchmal zum Tod führt, versuchen Psychiater im Bündnis mit Geräteherstellern
das Ganze als "Therapie" salonfähig zu machen. Schließlich wird
die Prozedur
heute unter Vollnarkose durchgeführt, was alles aber noch verschlimmert,
weil dadurch eine Energieabfuhr über die Körpermotorik blockiert
wird.
Zwangseingewiesenen dürfen Schocks gegen ihren Willen verabreicht
werden. Vorläufig wird es jedoch kaum zu einem
Verbot kommen, und chemische Keulen in Form von Psychopharmaka sind
in der Psychiatrie, auch gegenüber unfreiwilligen Patienten, eh an
der Tagesordnung. Die "Kommission für Verstöße der Psychiatrie
gegen Menschenrechte e.V." hat daher eine Art "psychiatrisches Testament"
entwickelt, das es ermöglicht, jeder Form solcher Zwangsbehandlung
individuell auf rechtswirksame Weise vorzubeugen.
Das Formular muß dazu notariell beglaubigt werden, die bevollmächtigten Personen müssen je eine Kopie erhalten. Wer sich also schützen und den Psycho-Metzgem ihr Handwerk erschweren möchte, sollte es bald ausfüllen.
Quelle: Elektroschock: Psychofolter in deutschen Krankenhäusern. Von Vo Cubillus. raum&zeit Nr. 62, 1993.
Ergänzung (August 2002): In der ursprünglichen katz-Veröffentlichung war ein Muster-Formular abgebildet und die Anschrift und Telefonnummer der "Kommission" angegeben. Beides unterlasse ich hier und verweise stattdessen auf eine nicht-scientologische Antipsychiatrie-Initiative. Über den Link sind ausführliche Informationen zum "psychiatrischen Testament" zu finden; dort können auch Musterexemplare bestellt werden: Das Psychiatrische Testament.
Klaus Blees
Psychiatrie und Scientology
In katz 4/93 hatte ich auf menschenverachtende Praktiken in der deutschen Psychiatrie, insbesondere die Elektroschockbehandlung, hingewiesen. In diesem Zusammenhang nannte ich die "Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e. V." als Ansprechpartner für Psychiatrie-Opfer. Wie ich inzwischen erfahren habe - damals war es mir unbekannt - handelt es sich bei diesem Verein um eine Untergruppe des Scientology-Kultes. Zwar stehe ich weiterhin zu dem Inhalt meines Artikels und halte das von der "Kommission" entworfene "psychiatrische Testament" für eine sehr nützliche Form juristischer Absicherung gegen psychiatrische Zwangsmaßnahmen. Jedoch kann ich es nicht verantworten, Ratsuchenden weiterhin zu empfehlen, sich an diese Organisation zu wenden. Bei der Scientology handelt es sich nicht einfach um eine abgedrehte "Sekte", sondern um ein mafiaähnliches Unternehmen, das seine Klienten selber Gehirnwäscheprozeduren aussetzt und seine Gegner mit Psychoterror und Schlimmerem bedroht. Berechtigte Psychiatriekritik dient dabei offenbar als Mittel zum Zweck, Menschen von einer Abhängigkeit in die andere zu bringen.
Zu den Hintergründen empfehle ich das Buch von Renate Hartwig:
Scientology - Ich klage an! Pattloch-Verlag, Augsburg 1994.
Ergänzung (August 2002): Dieses Buch ist auch als Taschenbuch
bei Heyne erschienen. Preis: 8.95 EUR. Die Verfasserin hat seither eine
Reihe weiterer Scientology-kritischer Bücher veröffentlicht.
Leider gibt es auch Versuche, Psychiatrie-Kritik und insbesondere den
Kampf gegen Elektroschocks pauschal als Scientology-Machenschaften zu diskreditieren
und dabei den Umstand, daß sich Scientology hier eingeklinkt hat,
als Aufhänger zu benutzen. Als seriöses Gegenbeispiel zu solchen
Unterstellungen verlinke ich an dieser Stelle den Beitrag
eines Betroffenen.
Klaus Blees
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