Groom Lake ist ein ausgetrockneter See in Nevada / USA. In direkter Nachbarschaft dazu liegt ein Gelände der Luftwaffe, das offiziell lange nicht existiert hat und eigentlich auch keinen Namen hat: die Bezeichnungen Groom Lake oder Area 51 sind populäre, nicht-anerkannte Umschreibungen.
Die Anlage wurde Mitte der 1950er Jahre zum Testen von Spionageflugzeugen gebaut. Bis 1984 wurde ihre Existenz keineswegs geheimgehalten, allerdings interessierten sich auch nur wenige Außenstehende für das Gelände. Auf nach wie vor erhältlichen US-amerikanischen Landkarten aus der Zeit vor 1984 ist die Base verzeichnet. Erst 1984, im Rahmen der militärischen Aufrüstungsprogramme unter Präsident Reagan, wurde sie unter strengste Geheimhaltung gestellt, was ihre Tilgung von der Landkarte einschloß. Paradoxerweise sind Satellitenfotos der Anlage bei russischen Stellen zu bekommen, im Rahmen bereits mit der Sowjetunion geschlossener Abkommen ist es Rußland sogar offiziell erlaubt, die Anlage zu überfliegen und zu fotografieren. 1994 hat die US Air Force dann die Existenz der Base eingeräumt (Campbell 1995).
Als Bob Lazar, ein angeblicher ehemaliger Mitarbeiter der Anlage, 1989
behauptet hatte, er hätte dort mit außerirdischen Raumschiffen
gearbeitet, wurde der Ort eine Wallfahrtsstätte für UFO-Fans.
Die Leute, die seitdem diese Gegend bevölkern, sehen, was sie
sehen wollen, und das sind eben UFOs. "Helsing" haut in die gleiche Kerbe
(S. 163 und 196):
Projekt REDLIGHT: regelt Testflüge mit geborgenen oder von
Außerirdischen zur Verfügung gestellten Raumschiffen. Dieses
Projekt wird zur Zeit auf dem Gebiet von AREA 51/ GROOM LAKE
in Nevada durchgeführt.ALTERNATIVE 2 hat nach meinen bisherigen Forschungen einen
Umfang von 75 unterirdischen Städten, allein 65 davon auf dem nord-
amerikanischen Kontinent, eine in den Schweizer Alpen, eine in Trans-
vaal, Südafrika und eine in Pine Gap in Australien. (Die weiteren sind
mir entfallen, da es mir nur kurz gewährt wurde, eine diesbezügliche
Liste zu betrachten.) Zu den amerikanischen subterranen Städten
zählen die unterirdischen Basen Dulce Base, New Mexico; Area 51,
Groom Lake, Nevada; der "Country-Club" in Maryland, und Los Ala-
mos, genannt "Dreamland", in Kalifornien, in denen auch genetische
Experimente an Menschen (Klonen) durchgeführt, Testflüge gemacht
und Nachbauten abgestürzter Untertassen und auch Entwicklungen
wie Pulsartriebwerke getestet werden.
Zum zweiten Zitat ist noch anzumerken, daß "Helsing" sich
offenbar nicht einmal auf der Erde richtig zurechtfindet: "Dreamland" bezeichnet
nicht Los Alamos, sondern den Luftraum über Groom Lake / Area 51,
außerdem liegt Los Alamos nicht in Kalifornien, sondern in New Mexico.
Ein besonders tragisches Kapitel der Geschichte von Groom Lake / Area 51 kam in den letzten Jahren ans Licht. Unter der Decke der Geheimhaltung haben dort Arbeiter hochgiftigen Müll ohne jegliche Schutzkleidung in offenen Gruben verbrannt. Der von UFO-Narren und Verschwörungsgläubigen veranstaltete Rummel hat das Seine dazu beigetragen, von den real existierenden kriminellen Praktiken in der Sperrzone abzulenken und dürfte den dort operierenden Militärs und Geheimdienstlern sehr willkommen gewesen sein. Die von den Angehörigen an den Giftfolgen verstorbener Beschäftigter und von durch die Gifte - u. a. Dioxin - schwer geschädigten Arbeitern eingereichten Klagen versuchte man allen Ernstes mit dem Hinweis abzubiegen, die Anlage existiere nicht, folglich könne dort auch niemand vergiftet worden sein. Da es sich bei den verbrannten Chemikalien nicht zuletzt um Bestandteile der Spezialbeschichtung des "Tarnkappenbombers" gehandelt haben dürfte, erhält der Prozeß eine besondere Brisanz, denn deren Zusammensetzung könnte vor Gericht bekannt werden. (Ausführlichere Informationen zu den Prozeßhintergründen bei: Hoelzgen 1995, Vest 1999 und Harder 2001.)
In Los Alamos waren im Zweiten Weltkrieg die ersten Atombomben entwickelt worden. Heute befindet sich dort ein Labor der Universität von Kalifornien, in dem neben der Fortführung von Atombombenprogrammen (Domke 1988) Forschungen zur Energienutzung und andere Projekte durchgeführt werden, auch Raumfahrtprojekte in Zusammenarbeit mit der NASA (Öller 2000). Dies schließt ökologisch äußerst gefährliche und militärisch nutzbare Technologien ein (Darmstädter Friedensforum 1997), die allerdings mit den Hirngespinsten "Helsings" nichts gemein haben.
Literatur zu 3.4.:
Campbell, Glenn: Groom Lake: The Base That Isn't There. In: CovertAction.
Spring 1995. S. 34-37, 40.
"Jan van Helsing": Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert.
EWERTVERLAG. Rhede 1993.
Jungk, Robert: Heller als tausend Sonnen. Das Schicksal der Atomforscher.
Rowohlt Taschenbuch. Reinbek 1966.
Online-Literatur:
- Aliens
on Earth. Die Website von Glenn Campbell, US-Bürgerrechtler und
aktivster Erforscher der Area 51, der NICHT an das Märchen von den
Außerirdischen glaubt.
- Campbell,
Glenn: Area 51 Glossary. Wegen nicht mehr leistbaren Arbeitsaufwands
wurde die Aktualisierung des Glossars allerdings Anfang 2000 eingestellt.
- Darmstädter
Friedensforum: Ambivalenz der Weltraumtechnik. Manuskript einer Sendung
von Radia Darmstadt am 27.3.1997 im Rahmen der Redaktion "Treffpunkt eine
Welt".
- Domke,
Manfred: Politik, Militär, Industrie, Informatik. Beispiel Supercomputer.
In: Informationsdienst Wissenschaft & Frieden 2/1988.
- Harder,
Bernd: "Area 51" – Zwischen Schwerkraft und Unendlichkeit. In: Skeptiker
2/2001.
- Hoelzgen,
Joachim: Traumland des Todes. In: DER SPIEGEL 16/1995.
- Öller,
Rudolf: LOS ALAMOS. In: Vorarlberger Nachrichten 20.5.2000
- Skeptische
Ecke: Area 51. Wörterbuchartikel.
- Vest, Jason:
Alien Toxins. In: Orange County Weekly. Vol. 5 No. 13 December 3 -
9, 1999.
- Voelkering,
Joe: A UFO CALLED JANET & INVISIBLE PROOF. In: The Skeptic. The
Newsletter of The North Texas Skeptics. Volume 8 Number 5. May 1994. (Die
ersten beiden Beiträge in der Rubrik "Open forum", wo Voelkering auch
die UFO-Märchen demontiert.)
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