Bei seiner Wanderung durch die Jahrhunderte stößt "Helsing"
auch auf die Kreuzzüge (S. 30 f.):
Vor dem Jahre 1307 waren die TEMPELRITTER mit den JOHAN-Nicht einmal der Vatikan würde heute noch eine so idyllisierende Darstellung der Kreuzzüge bringen, "Helsing" ist also päpstlicher als der Papst. Die Kreuzzüge "waren religiös verbrämte Eroberungskriege, die vor allem den wirtschaftlichen Interessen der oberitalienischen Städte (...) sowie der politisch-ökonomischen Machtgier der Ritter, Fürsten, Könige und Päpste entsprangen." (Kahl 1968, S. 30).
NITERRITTERN und zum Teil auch dem DEUTSCHRITTERORDEN
(die beiden letztgenannten waren in ihrem Ursprung mildtätige Or-
den) die führenden Organisationen hinter den Kreuzzügen gegen die
Moslems. Diese Orden waren zwar untereinander verfeindet, kämpf-
ten jedoch zusammen für das Christentum.
Es ist kein Zufall, wenn über die TEMPELRITTER und deren ge-
schichtlichen wie okkulten Hintergründe Unklarheit besteht; denn die-
se Unklarheit wurde gezielt herbeigeführt - namentlich während der
vergangenen 150 Jahre. Das Geheimnis um die Templer brauchte kein
Geheimnis zu sein, wäre es nicht zu so einem gemacht worden. Und
zwar von Kreisen und Mächten, die ein aus ihrer Sicht verständliches
Interesse daran hatten und haben, die Wahrheit im Dunkeln zu halten.Am Anfang des Templerordens standen zwei tiefgläubige Männer:
Hugo de Payns und Geoffroy de Saint-Omer, ein Franke und ein Nor-
manne. Ein kleiner Freundeskreis bildete sich daraus, beseelt von ei-
ner dem Mittelalter eigen gewesenen Glaubenskraft, die der heutige
Mensch sich kaum vorzustellen vermag. Zum Weihnachtsfest des Jah-
res 1117 beschloß also jener kleine Kreis in Jerusalem, eine kleine Grup-
pe zum Schutze der Pilger zu bilden. Ihr einziger Wunsch dabei war es,
dem Herrn Jesus Christus und dem Glauben zu dienen. Die Gruppe
von nunmehr neun Rittern stand dabei ziemlich allein - sie hatte we-
der Protektion noch bedeutende Geldmittel.
Die Tempelritter bildeten einen streng hierarchisch gegliederten Orden von Gotteskriegern. Zu ihren Hauptaufgaben gehörte es, Nichtchristen umzubringen. Der menschenverachtende Charakter dieses Haufens wird besonders anschaulich von Pietsch (1987) dargestellt, obwohl oder gerade weil er die Rittermönche in affirmativer Absicht beschreibt. Ideologischer Kopf hinter den Templern war der katholische Heilige Bernhard von Clairvaux, den Pietsch ausgiebig zitiert.
Auch daß der Deutschritterorden "eine organisierte barbarische Militärdiktatur größten Stiles" war , hat sich im Laufe der Jahrhunderte selbst unter Katholiken wie dem Historiker Kühner, von dem dieses Zitat stammt, herumgesprochen. Nur bei "Helsing" offenbar nicht.
Literatur zu 3.1:
"Jan van Helsing": Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert.
EWERTVERLAG. Rhede 1993.
Kahl, Joachim: Das Elend des Christentums oder Plädoyer für
eine Humanität ohne Gott. Rowohlt Taschenbuch. Reinbek 1968.
Kühner, Hans: Tabus der Kirchengeschichte. Notwendige Wandlungen
des Urteils. 2. Auflage. Nürnberg 1965. (Zitiert nach Kahl 1968.)
Pietsch, Roland: Die Tragödie des Templerordens. In: Kaltenbrunner,
Gerd-Klaus (Hrsg.): Geheimgesellschaften und der Mythos der Weltverschwörung.
Herder. München 1987. S. 92-103.
Online-Literatur:
Welker, Frank: Die Kreuzzüge.
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