Zensur durch neuen* AStA
Aushänge an den Plakatwänden des Uni-AStA, die nicht von diesem selbst verantwortet werden, benötigen zuvor dessen Genehmigung, deren Erteilung durch einen Stempelaufdruck kenntlich gemacht wird. Das ist legitim. Wenn das Aufhängen bestimmter Fremdplakate erlaubt, anderer aber abgelehnt wird, erfordert dies jedoch Auswahlkriterien, die benennbar und zu rechtfertigen sein müssen, was auch und ganz besonders für solche politischen Inhalts zu gelten hat. Anderenfalls muß sich der AStA den Vorwurf der Willkür gefallen lassen.
Durch ein kleines Plakat machte ich - und tue es immer noch - auf eine Internetseite aufmerksam, deren Beiträge sich kritisch mit den üblicherweise verbreiteten Auffassungen über AIDS beschäftigen. Inhalt meines Aushangs: „Was die AIDS-Hilfe verschweigt, steht bei www.rethinkingaids.de“. Während der Vorgänger-AStA das Anbringen an seinen Wänden zuließ, intervenierte inzwischen der neue AStA-Sprecher Stefan Schopohl und verweigert seither die Genehmigung. Mittlerweile wurden alle AStA-Mitarbeiter angewiesen, diese für den betreffenden Aushang nicht mehr zu erteilen. Auf meine Frage nach der Begründung erklärte Schopohl, auf der Website stehe „Schwachsinn“, und auf meine Forderung nach einer konkreten Begründung kam seitdem immer nur, das sei eben die Begründung: Die Site enthalte Schwachsinn. Ganz offensichtlich die typische Abwehrhaltung von jemandem, der argumentativ den betreffenden Inhalten nichts entgegenzusetzen hat.
Es stellt sich also nach wie vor die Frage, was der Grund ist. Da die Site keine rechtsextremen, diskriminierenden oder beleidigenden Inhalte enthält, diese also als Ausschlußkriterien wegfallen, liegt es nahe, daß der Zensor ihm unliebsame Auffassungen und nicht in den Kram passende Informationen unterdrücken möchte.
In der wissenschaftlichen und politischen Kontroverse um AIDS präsentiert die inkriminierte Website nämlich Texte von Kritikern der Auffassung, AIDS sei eine durch HIV verursachte, ansteckende und tödliche Krankheit. In Beiträgen von Natur- und Sozialwissenschaftern, Medizinern, Journalisten und nicht zuletzt Erfahrungsberichten von Betroffenen werden darüberhinaus andere Erklärungs- und Therapieansätze beschrieben sowie politische und wirtschaftliche Hintergründe beleuchtet. Einen Schwerpunkt bildet die Entwicklung in und um Südafrika, dessen Regierung sich als erste der Welt kritischen Positionen geöffnet hat. Auf Einzelheiten dieser Positionen werde ich zu einem späteren Zeitpunkt näher eingehen.
Es liegt auf der Hand, warum den AIDS-Hilfen und ihrem Umfeld, dem Schopohl zuzurechnen sein dürfte, die Aufklärung über so manche Hintergründe nicht behagt. Denn dadurch bekommt das progressive Mäntelchen, mit dem sie sich gerne schmücken, doch ziemlich große Löcher. Immerhin erfahren diese Gruppen selbst in Teilen der Linken Unterstützung, obwohl es sich wesentlich um Lobbyorganisationen mafioser Ärzteclans und weltweit operierender Pharmakonzerne handelt. Letzteres gilt trotz der redlichen Motivation und des in Einzelaspekten sinnvollen Engagements mancher Mitarbeiter.
Auf der Basis des Glaubens an HIV als AIDS-Ursache propagieren die AIDS-Hilfen beispielsweise die sogenannte „Kombinationstherapie“ als Mittel zur Verzögerung des Krankheitsausbruchs bzw. -verlaufs, obwohl solche Wirkung nicht nachgewiesen ist und gegenteilige Behauptungen mehr mit Marketing als mit Wissenschaft zu tun haben. Belegt ist allerdings die extreme Giftigkeit der darin verwendeten Substanzen, die unter anderem schwere Immundefizite hervorrufen und deshalb von Kritikern auch schon als „AIDS auf Rezept“ bezeichnet wurden. Hauptbestandteil dieser Mixturen ist das unter dem Markennamen „Retrovir“ produzierte Knochenmarksgift Azidothymidin (AZT), das aufgrund der nachweislich manipulierten „Fischl-Studie“ seine Zulassung erhielt. Sein Hersteller, der Megakonzern GlaxoSmithKline (gsk) zählt zu den Hauptsponsoren der AIDS-Hilfen, die Trierer AIDS-Hilfe bedankt sich denn auch in ihrer Zeitschrift AHT INFORM regelmäßig artig bei gsk für die „freundliche Unterstützung“. Die Firmen wissen, wohin ihre Spenden zu gehen haben, einer der Vorgängerkonzerne von gsk, SmithKline Beecham, kam jüngst ins Gerede wegen Schmierens von zahlreichen Krankenhausärzten.
Nun ist das Verhalten des AStA-Sprechers kein Einzelfall. Versuche, Kritiker mundtot zu machen, hat es in der Vergangenheit häufig gegeben, ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung sei hier noch erwähnt: Als ich Anfang der 90er Jahre einige Artikel zum Thema in dem Trierer Stadtmagazin „katz“ veröffentlicht hatte, reagierte die Trierer AIDS-Hilfe mit einem Protestbrief an die Redaktion, der besonders üble Verleumdungen enthielt. So wurde mir dort unter anderem die Ansicht unterschoben, AIDS komme von „zu viel Analverkehr“. Wo anderes nicht hilft, wird zum Zwecke des Rufmords auch mal mit glatten Erfindungen gearbeitet.
Literaturhinweise, hauptsächlich zur Fälschungsgeschichte
der AZT-Zulassung:
Lauritsen, John: Poison By Prescreption. The AZT Story. New York 1990
Lauritsen, John: The AIDS War. Propaganda, Profiteering and Genocide
from the Medical-Industrial Complex. New York 1993
Die Bücher enthalten überwiegend Aufsätze, die Lauritsen
zuvor in der US-Schwulenzeitung „New York Native“ veröffentlicht hatte.
AIDS-kritische Informationen und Links sind zu finden auf www.rethinkingaids.de.
Anmerkung (*): Der Artikel wurde Anfang 2002 geschrieben.
Klaus Blees
Und die Fortsetzung:
Mittlerweile ist die Situation eskaliert. Am 23. April (2002) ertappte ich einen Mann dabei, wie er im Trierer Kulturzentrum Tuchfabrik Exemplare der im obigen Beitrag genannten Aushänge abriß. Zur Rede gestellt, gab er sich als Schwulenreferent des AStA zu erkennen und begründete seine Aktion damit, durch den Hinweis auf die betreffende Website würden fahrlässig Menschenleben gefährdet! Auf meine Ankündigung, die Aushänge erneut anzubringen, antwortete er, das nütze nichts, die werde er sowieso wieder entfernen. Als ich später am gleichen Tag die Tuchfabrik wieder betrat, war genau dies geschehen.
Während der AStA auf seine eigenen Pinnwände an der Uni bezogen zumindest noch ein formales Recht vorschieben kann, das Aufhängen von Plakaten zu verweigern, handelt es sich bei dem neuen Vorfall um eine öffentlich zugängliche Plakatfläche und somit um einen unverblümten Versuch, politische Gegner notfalls auch eigenmächtig an der Verbreitung ihrer Auffassungen zu hindern.
An dieser Stelle sei erwähnt, daß ich selbst einen professionellen Plakatierservice betreibe. Dabei habe ich aus ethischen Gründen mehrfach die Annahme von Plakataufträgen zugunsten der AIDS-Hilfe abgelehnt. Bei aller Kritik an diesem Verein war es für mich jedoch selbstverständlich, Plakate der AIDS-Hilfe und ihrer Unterstützer zu respektieren und hängen zu lassen. Es zeigt sich also jetzt, daß solche Rücksichtnahme für Teile des AIDS-Hilfe-Umfeldes keineswegs auf Gegenseitigkeit beruht. Wobei es in diesem Spektrum sicherlich auch Menschen gibt, die Verhaltensweisen wie die des Schwulenreferenten mißbilligen.
Über den Fortgang der Ereignisse werde ich hier berichten.
Klaus Blees
Ergänzung April 2004:
Das Anbringen der Aushänge habe ich seither kontinuierlich fortgesetzt.
Sowohl an der Trierer Uni als auch an anderen Stellen werden sie bis heute
sehr oft systematisch abgerissen.
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