Vorbemerkung (Oktober 2002): Jugendliche gehören zu den Hauptzielgruppen der Indoktrination mit der AIDS-Ideologie. Theater ist dazu schon lange ein beliebtes Medium. Eine Aufführung eines der einschlägigen Stücke mit dem Titel "Dreck am Stecken" habe ich in dem Trierer Stadtmagazin katz Nr. 2, Februar 1993 besprochen.
 
 

AIDS-Theater

"Dreck am Stecken"

In dem Stück der Berliner Gruppe "Stahl", am 17.12.92 in Saarlouis - auf Initiative des dortigen Kultur- und Gesundheitsamtes - vom Wuppertaler "Musiktheater Ernst" als Musical aufgeführt, sind die Zuständigkeiten verteilt wie im richtigen Leben: Eine Werbeagentur erhält den Auftrag für eine Broschüre zur AIDS-Aufklärung. Das Team - normalerweise drei Männer, zwei Frauen - muß auf einen Mitarbeiter verzichten, der gerade im Krankenhaus liegt. Aber die Leute sind locker drauf, einer schlägt sarkastisch vor, bei dem Thema doch die Todesangst als Werbemasche einzusetzen. Makabre Witze werden gerissen, etwa der von dem Arzt, der einem AIDS-Kranken Fango-Packungen verschreibt, damit der sich schonmal an die Erde gewöhnt.

Was zunächst niemand weiß und die Chefin, die es als erste erfährt, lange für sich behält: Der kranke Mitarbeiter hat AIDS.
Der Schock, als es bekannt wird, hat unterschiedliche Reaktionen zur Folge, von der Forderung eines Kollegen nach Entlassung des Betroffenen über die Panik einer Mitarbeiterin, die mit ihm geschlafen hat, bis zum Vorschlag der Chefin, den betriebsinternen AIDS-Fall angesichts des Auftrags werbeträchtig auszuschlachten.

Nachdem das Stück zunächst humorvoll und einfühlsam heikle Themen anspricht - erste schüchterne Annäherungsversuche zwischen Jugendlichen oder technische Probleme beim Überrollen eines Parisers - und damit in der Tradition von Stücken wie "Was heißt hier Liebe?" zu stehen scheint, folgt der Hammer vor allem in der Schlußphase: Sex als tödliche Bedrohung, das klassische Muster der "AIDS-Aufklärung". Durch das Schüren von Todesangst im Zusammenhang mit AIDS bringen die Schauspieler genau das auf die Bühne, was sie zu Beginn des Stückes noch persifliert haben.

Zur anschließenden Diskussion blieben dann, neben einer Gruppe von Fixern - sie fühlten sich in ihrer spezifischen Problematik
übergangen - nur noch Leute, die in medizinischen oder pädagogischen Berufen mit der Sache befaßt sind. Die Schulklassen,
aus denen fast das gesamte Publikum bestand, hatten - teilweise wegen wartender Busse - das Feld geräumt.

Beschworen wurde wieder mal die angebliche Ausbreitung von AIDS über die Haupt-Risikogruppen  hinaus, wobei als "Beweis" insbesondere die statistische Vermehrung positiver HIV-Antikörper-Testergebnisse herhalten mußte. Selbst ein der
AIDS-Orthodoxie nahestehender Arzt wies darauf hin, diese Statistiken seien mit Vorsicht zu genießen, da viele Menschen
sich mehrfach den ja anonymen Tests unterziehen und folglich mehrfach gezählt werden. Außerdem ließ eine AIDS-Ärztin des
Gesundheitsamtes Saarlouis auf meine Nachfrage verlauten, die Testbereitschaft habe in der Bevölkerung erheblich zugenommen. Das sind Gründe, die statistische Zunahme nicht mit einer realen Zunahme zu verwechseln, ganz abgesehen von der Unzulässigkeit einer Gleichsetzung von "HIV-Antikörper-positiv" und "AIDS-infiziert".

Meine Hinweise auf die immunschädigende Wirkung von Todesangst und auf den Molekularbiologen Duesberg, der die Erzeugung von AIDS durch Viren - wie ich meine, zu Recht - bestreitet, ließ eine Schauspielerin der Gruppe sogar weitgehend gelten: Die AIDS-Aufklärung komme heute davon ab, "HIV-positiv" einfach als Todesurteil zu betrachten, und für die Betroffenen könne die Beschäftigung mit Duesberg's Ansatz hilfreich sein. Letzteres klang für mich doch ein wenig, als sei es als Trostpflaster gemeint. Dennoch: Solch differenzierte Töne habe ich in dem Stück selbst vermißt!

Klaus Blees
 
 
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