AIDS-Jubiläum
Die Propagandisten der Behauptung, AIDS sei eine durch Infektion mit dem HI-Virus hervorgerufene, unheilbare Krankheit, können sich kaum deutlicher selbst entlarven, als es einige von ihnen am 26.l l.97 auf der Jubiläumsveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen der AIDS-Beratung des Trierer Gesundheitsamtes taten.Hämmer über Hemmer
Dessen Leiter legte gleich zur Eröffnung die Karten auf den Tisch: Er bedankte sich bei dem Pharmakonzern Abbott als Sponsor der Veranstaltung. Da lohnt sich ein historischer Rückblick: Am 23.4.1984 hatte der als Krebs-Virus-Forscher gescheiterte Prof. Dr. Robert Gallo auf einer Pressekonferenz des US-Gesundheitsministeriums erklärt, er habe die mutmaßliche Ursache von AIDS entdeckt, ein später als HIV bezeichnetes Virus. Ohne seine Vermutung zuvor in Fachzeitschriften zu veröffentlichen und damit eine Überprüfung durch Kollegen zu ermöglichen, stellte er, mit politischer Rückendeckung, die Welt-Öffentlichkeit vor vollendete Tatsachen. Einer der Lizenznehmer des von ihm daraufhin zum Patent angemeldeten HIV-Antikörpertests ist die Firma Abbott! Nicht nur mit Tests, sondern auch mit Medikamenten ist Abbott seither im AIDS-Geschäft dick dabei.
Ich erspare es mir hier, auf die zahlreichen Grußadressen und den Rückblick von Frau Dr. Detering-Hübner, der Leiterin der AIDS-Beratung, einzugehen. Stattdessen komme ich zum Hauptvortrag, den Dr. Jablonowski, Leiter der AIDS-Ambulanz der Uniklinik Düsseldorf, über "Antiretrovirale Therapie" hielt.
Er pries die angeblichen Vorteile von Kombinationen verschiedener Pharmaprodukte
an. War es marktschreierische Dreistigkeit oder peinliche Unkenntnis, mit
der er sich über sein Spezialgebiet betreffende molekularbiologische
Binsenweisheiten hinwegsetzte? So glaubte er, eine Reduzierung der "Viruslast",
also eine Abnahme der HIV-Vermehrung, als Folge der Einnahme bestimmter
Medikamentenkombinationen belegen zu können. Daß die "Viruslast"
sich gar nicht direkt bestimmen
läßt, sondern nur durch "indirekte" Verfahren, gab er erst
auf Nachfrage zu. Die dabei gebräuchlichste Methode, die "Polymerase-Ketten-Reaktion
(PCR)", kann gar keine Viren nachweisen, sondern nur Teile von Erbsubstanz,
die einem bestimmten Virus zuzuordnen eine willkürliche Festlegung
ist. Mengenbestimmungen sind mit PCR sowieso nicht möglich, wie deren
Erfinder - Kary Mullis, der dafür 1993 den Chemie-Nobelpreis erhielt
- betont. Dr. Jablonowski weiß es offenbar besser.
Aber weil die unmittelbar zelltötenden - bei den sogenannten "Reverse
Transkriptase-Hemmern" - oder die Zellentwicklung massiv beeinträchtigenden
- bei den "Protease-Hemmern" - Eigenschaften bekannt sind, braucht die
Vergiftung von Schwulen und Junkies mittels dieser Stoffe eine Rechtfertigung.
Schließlich - so Jablonowski - werde HIV im Körper täglich
zehnbillionenfach vermehrt. Daß solche Vermehrungsszenarien nicht
auf empirischen Befunden, sondern auf Modellrechnungen beruhen, verschwieg
er seinen Zuhörern. In den englischsprachigen Original-Veröffentlichungen
ist übrigens von zehnmilliardenfacher Vermehrung die Rede. Indem Jablonowski
das amerikanische "Billion" - statt richtig mit "Milliarde" - mit
dem deutschen "Billion" übersetzte, beging er einen häufig gemachten
Fehler, der selbst professionellen Übersetzern
manchmal unterläuft. In diesem konkreten Fall bedeutet es aber
eine l000fache Übertreibung an sich schon unhaltbarer Behauptungen.
Diese Beispiele mögen genügen, um den unseriösen Charakter von Jablonowskis Vortrag zu illustrieren. In der Diskussion um AIDS scheinen auch die haarsträubendsten Spekulationen akzeptabel zu sein. Nicht nur mich erinnert sowas mehr an ein religiöses Glaubenssystem als an Wissenschaft.
Klaus Blees
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